Das Potential der Hansestadt
Die interdisziplinäre Forschung des New Production Institute untersucht sowohl lokale als auch Online-Communities mit dem Ziel, Wertschöpfung möglichst integrativ und partizipativ mit und für die Menschen zu gestalten.
Die Metropolregion Hamburg hat großes Potential, durch eine Kooperation von Vertretern aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft mit Unternehmen, Vereinen und Bürger:innen im globalen Fab City-Städtenetzwerk eine Vorreiterrolle auf dem Weg zu einer partizipativen Kreislaufwirtschaft einzunehmen.
Die Communities in der Hansestadt und der Metropolregion – OpenLabs, Repair-Cafés, Innovation Hubs, Nachbarschaftsinitiativen, Bürgervereine, Schulen, Bildungsträger und Crowds – sollen vernetzt und, wo immer möglich, mit Akteuren aus Politik und Wirtschaft verknüpft werden.
Hamburg ist erste Fab City Deutschlands
Im Juni 2019 hat sich die Freie und Hansestadt Hamburg als erste deutsche Stadt der globalen Initiative der Fab Cities angeschlossen, zu der bereits 56 Städte und Regionen weltweit gehören.
Ihr Ziel: die nachhaltige Stadt der Zukunft, die (fast) alles herstellen kann, was sie selber benötigt. Die Stadt wird zur datenbasierten Kreislaufwirtschaft mit einer digital vernetzten Infrastruktur des Herstellung, an der möglichst viele Bewohner:innen teilhaben und selbst zu Produzenten werden.
2054 soll dieser Prozess so weit fortgeschritten sein, dass Fab Cities nur noch Daten importieren und exportieren. Um diese Vision voranzutreiben und zu verwirklichen, hat sich die Hamburger Fab-City-Community aus Open Labs, Makerspaces, Werkstätten, innovativen Start-ups und Forschungseinrichtungen im Oktober 2020 im Verein Fab City Hamburg e.V. institutionalisiert.
Neben der lokalen Vernetzung ermöglicht die Einbettung in das globale Fab City-Netzwerk auch den Anschluss an die internationale Community, zum Beispiel im Rahmen des jährlich stattfindenden Fab City Summits.
Die aktuellen Projekte des New Production Institute sind vielversprechend und haben einen wahrnehmbaren Effekt: Stadtbewohner:innen haben die Möglichkeit, soziale Inklusion und Teilhabe an Wertschöpfung zu erleben und somit eine verstärkte Zusammenarbeit in und für Hamburg zu schaffen. Die Projekte sollen außerdem die Gruppenkohäsion unter den Teilnehmenden stärken.
Die Fab City Hamburg mit einer stark wachsenden Startup- und Maker-Szene und einer aufstrebenden Kreativwirtschaft steht hierbei im besonderen Fokus der Aktivitäten.
Netzwerk verstehen
Die Analyse der urbanen Gegebenheiten, vorhandener Akteurskonstellationen und Wissensnetzwerke als Ausgangspunkt (z.B. in Form einer Netzwerkanalyse) ist hierbei maßgeblich.
Auf dieser Grundlage können lokale Bedürfnisse (Bottom-up-Initiativen) mit strategischen und politischen Zielen der Raumordnung und Stadt- sowie Wirtschaftsentwicklung in Einklang gebracht werden.
Stadtpotential messen
Unsere Ziele
Anforderungen ermitteln
Es erfolgt eine Bedarfs- und Potentialanalyse der Produktionsmittel sowie die Anforderungsermittlung in Bezug auf die digitalen Plattformen, die im Rahmen des Projekts „Interfacer“ untersucht werden. Ziel dieses Projekts ist ein soziotechnischer Anforderungskatalog.
Aufgrund seiner lokalen, nationalen und internationalen Vernetzung sowie umfangreicher Projekterfahrungen in inter- und transdisziplinären Kontexten ist das New Production Institute ein starker Partner und Vermittler für Industrie, Wissenschaft, Politik und Zivilgesellschaft.
In einigen Branchen kann bereits ein Paradigmenwechsel von der traditionellen unternehmenszentrierten und Top-down-Wertschöpfung hin zu offeneren und kollaborativeren Bottom-up-Konzepten beobachtet werden.
Citizen Innovation fördern
Durch unterschiedliche kollaborative Open Innovation- und Co-Creation-Formate (zum Beispiel Ideenwettbewerbe, Hackathons und Build-Workshops) sollen alle Interessierten eingeladen und unterstützen werden, eigene Ideen für physische Produkte entweder lokal in einem der Fab Labs oder über die Citizen Innovation Plattform einzubringen, und diese – egal ob Hobbyprojekt oder Startup-Idee – gemeinsam mit den Expert:innen vor Ort vom Designprototypen bis hin zur Kleinserie weiterzuentwickeln.
Das New Production Institute begleitet und untersucht diese Formate mit unterschiedlichen Methoden aus den Sozial- und Wirtschaftswissenschaften, um zu erforschen, wie möglichst viele Menschen niedrigschwellig in lokale Innovations- und Wertschöpfungsprozesse eingebunden werden können.
Kollaborativ Ideen bewerten
Um möglichst viele Menschen in die Lösung lokaler Probleme sowie in die Bewertung und Entscheidungsfindung hinsichtlich Potenzialen und Relevanz von Produktideen einzubinden, werden kollaborative und partizipative Crowdvoting-Mechanismen entwickelt und getestet, sodass möglichst viele Wissensträger:innen und (potenzielle) Nutzende eine Stimme erhalten und somit Einfluss auf die lokale Wertschöpfung nehmen können.
Konkret soll hier untersucht werden, wie gemeinsam Entscheidungen getroffen werden können, sodass eine möglichst hohe Beteiligung und somit hohe Akzeptanz und Nutzendenpräferenz sichergestellt werden können.
Die Maker Challenge 2026
Die Maker Challenge 2026 ist ein offener Ideenwettbewerb für Hamburg und die Metropolregion, der Akteur:innen aus Stadtgesellschaft, Wirtschaft und Forschung zusammenbringt, um gemeinsam nachhaltige Lösungen im Sinne der Fab-City-Vision und der Circular Economy zu entwickeln.
Die Challenges verbinden bewährte Prinzipien der partizipativen Innovation mit lokalen Produktionskreisläufen und nachhaltigem Design. Ideen werden dabei auf der digitalen Plattform innovation.fabcity.hamburg eingereicht und weiterentwickelt, die ab dem 2. Februar 2026 für die aktuelle Challenge geöffnet ist, sodass Community-Feedback und kollaborative Prozesse die Ideen gezielt verbessern und für die Umsetzung vorbereiten. Aufbauend auf den erfolgreichen Formaten der Maker Challenge 2022 und der Female Maker Challenge 2025 werden die Ideen erneut in einem praxisnahen, partizipativen Rahmen getestet. Der wissenschaftliche Mehrwert liegt darin, dass die Maker Challenge als Living Lab dient: Sie ermöglicht es der Forschung, zentrale Fragen der Open Innovation, kollaborativen Wertschöpfung und Circular Economy empirisch zu untersuchen – etwa welche Anreizstrukturen zu besseren Ideen führen, wie Community-Feedback die Ideenqualität beeinflusst und welche Rolle partizipative Bewertungen für Akzeptanz, Engagement und Umsetzbarkeit spielen.