Projekte

Von traditioneller Produktion zur digitalen Wertschöpfung von morgen.

Die Fragestellungen rund um den Wandel der Wertschöpfung reichen von der Produktgestaltung, Produktionssystemen und ihrer Steuerung über Fragen der sozialen, ökonomischen und ökologischen Nachhaltigkeit bis hin zur internationalen Transferierbarkeit von Konzepten der digitalen Produktion, ihrer Überführung in Geschäftsmodelle und Auswirkungen auf die jeweiligen sozio-technischen Systeme.

Die Expert:innen des New Production Institutes erforschen und evaluieren als Arbeitsgruppe Wertschöpfungssystematik des Laboratorium Fertigungstechnik der Helmut-Schmidt-Universität in verschiedenen Forschungs- und Anwendungsprojekten die Ansätze zu den Themen Open Source HardwareCircular EconomySustainable InnovationSustainable ManufacturingCommunities und Commons-Based Peer-Production.

Interdisziplinäre Forschung

Im Folgenden möchten wir Sie über unsere laufenden Projekte informieren.
Falls Sie an weitergehenden Informationen interessiert sind, melden Sie sich gerne bei uns.

Projektüberblick

dtec.bw Fab City Hamburg ist ein transdisziplinäres Forschungs- und Umsetzungsprojekt mit dem Ziel, eine resiliente, kreislauforientierte Produktionsinfrastruktur auf urbaner Ebene zu etablieren. Als Teil des globalen Fab City Netzwerks verfolgt es das Leitbild, materielle Güter lokal herzustellen und lediglich digitale Baupläne global auszutauschen. Im Rahmen des dtec.bw-Projekts wurden seit 2021 dezentrale Open Labs mit digitalen Fertigungstechnologien aufgebaut, offene Hardware-Lösungen (u.a. Maschinenkits) entwickelt und partizipative Bildungsformate implementiert. Der zugrundeliegende Ansatz verbindet technologische Souveränität, offene Innovation und urbane Nachhaltigkeit in einem praxisorientierten Reallabor, das auf Skalierbarkeit und systemische Transformation abzielt.

Das europäische Forschungsprojekt LAUDS (Local, Accessible, Urban, Digital, Sustainable) entwickelt Konzepte für offene, nachhaltige und digital vernetzte urbane Produktionsstätten, sogenannte LAUDS Factories. Diese kleinen, lokalen Produktionsorte nutzen regionale Ressourcen, fördern soziale Teilhabe und tragen zur nachhaltigen Stadtentwicklung bei, indem sie Kleinserienproduktion, digitale Werkzeuge und Innovationsplattformen kombinieren. Sie bieten eine Alternative zu zentralisierten industriellen Modellen und schaffen neue Räume für Innovation, gemeinsame Entwicklung und zivilgesellschaftliches Engagement. Das Projekt läuft bis 2026.

Das Projekt LOCILAMP – The Fab City Lamp erprobt lokale, zirkuläre und verteilte Produktionsformen als Antwort auf Herausforderungen wie Ressourcenknappheit und schwache Lieferketten. Im Mittelpunkt steht die Entwicklung einer kreislauffähigen Leuchte namens Shift-Light, die modular, reparierbar und als Open-Source-Hardware gestaltet ist und lokal gefertigt werden kann. Zusätzlich wird ein Modell für verteilte Produktion entwickelt, das Design, digitale Infrastruktur und lokale Fertigung verknüpft und so zeigt, wie nachhaltige Wertschöpfungsnetzwerke aufgebaut werden können. Das DATIpilot Projekt LOCILAMP wird durch das Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt gefördert und läuft von 2024 bis 2026.

Das Projekt Fab City Technologies ist eine internationale Forschungskooperation des New Production Institute der Helmut-Schmidt-Universität mit dem MIT-Center for Bits and Atoms zur systematischen Entwicklung und Erprobung von technologischen und sozialen Innovationen für eine nachhaltige, resiliente und lokal organisierte urbane Produktion. Ziel ist der Aufbau eines Fab City Labs als Referenzmodell für dezentrale städtische Produktionssysteme, die Analyse und Weiterentwicklung dezentraler Produktionsansätze sowie die Untersuchung ihrer gesellschaftlichen Wirkung. Außerdem sollen ein Fab City Technologieportal für Forschung und Wissenstransfer entstehen und Ergebnisse in wissenschaftlichen Publikationen geteilt werden.
Das Projekt Wertschöpfungsradar erforscht, wie sich technologische, gesellschaftliche und ökologische Veränderungen in komplexen Wertschöpfungssystemen frühzeitig erkennen lassen, bevor Krisen eintreten. Im Zentrum steht die Entwicklung eines KI-gestützten Horizon-Scanning-Verfahrens und eines Radar-Tools, das mithilfe automatisierter Textanalyse sowie Expert:innenwissen schwache Signale des Wandels identifiziert und relevante Trends sichtbar macht. Ziel ist es, so systemische Transformationsprozesse zu erkennen, Resilienz zu stärken und nachhaltige Innovationen aktiv mitzugestalten. Das Projekt wird vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt gefördert und läuft von Januar 2022 bis Dezember 2026.

INTERFACER ist ein EU-gefördertes Forschungsprojekt (2021-2023) zur Entwicklung eines offenen, dezentralen Betriebssystems für Fab Cities (lokale Produktionsstätten). Es kombiniert Open-Source-Hardware, digitale Produktpässe und Blockchain-Technologien, um zirkuläre, lokal angepasste Produktion zu ermöglichen. Durch föderierte Dateninfrastrukturen, einheitliche Toolchains und praxisnahe Workshops trägt das Projekt zur nachhaltigen, selbstbestimmten Wertschöpfung und Wissensvernetzung bei.

Production Next Door (ProNeD) ist ein interdisziplinäres Reallabor zur Erforschung digitalisierter, dezentraler Produktionsnetzwerke am Beispiel urbaner Möbelproduktion. Es verbindet globale Open-Source-Entwicklung mit lokaler Fertigung durch datengetriebene Planungs- und Steuerungssysteme. Ziel ist eine resiliente, nachhaltige und individuell anpassbare urbane Produktion – wissenschaftlich fundiert durch Methoden aus Industrie 4.0, KI und sozio-technischer Systemforschung.

Startup Port ist ein wissenschaftlich fundiertes Netzwerk zur Förderung forschungsbasierter Gründungen in der Metropolregion Hamburg. Es bündelt Angebote von Hochschulen und Partnern, professionalisiert Beratung und Qualifizierung, und stärkt den Wissenstransfer in die Praxis.

Digital4Jobs (2021–2023) ist ein wissenschaftlich orientiertes Projekt zur Untersuchung der Rolle von Open Labs und Open Source Appropriate Technologies (OSAT) bei der technologischen Befähigung und wirtschaftlichen Entwicklung in Tunesien. Es richtet sich darauf aus, empirisch zu erfassen, wie lokal aufgebaute Open Labs als Mikrofabriken Zugang zu digitaler Fertigung eröffnen, Wissen und Fähigkeiten stärken und so lokal verankertes, bottom-up Wirtschaftswachstum fördern .

Das Projekt erforscht und gestaltet die nachhaltige Einführung digital gestützter Lehre durch organisatorisch eingebettete Blended-Learning-Konzepte. Es verbindet soziologische, organisations- und bildungstheoretische Ansätze mit praktischer Entwicklung offener Lerninfrastrukturen (z. B. OER, ILIAS) und kooperativer Umsetzung an Bildungseinrichtungen.

Das PISWI-Projekt erforscht, wie Open‑Lab‑Konzepte nachhaltig in Tunesien implementiert werden können, um technologische Lernräume und Open‑Source‑Hardware‑Prototyping aufzubauen. Ziel ist die Entwicklung einer offenen Fertigungsinfrastruktur und tragfähiger Geschäfts‑ und Betriebsmodelle (z. B. Textiltechnik), gestützt auf partizipative Forschung mit Hochschulen, Industrie und Endnutzenden.

Mittels Workshops, Train‑the‑Trainer‑Programmen und Lehrmodulen wurden bis 2024 etwa 80 Teilnehmende in OSAT‑Maschinen geschult und bis zu 70 Studierende eingebunden. Die dabei gewonnenen empirischen Erkenntnisse zur partizipativen Wertschöpfung dienen als Basis für politische Handlungsempfehlungen zur Skalierung . Kernaussage: Das Projekt entwickelt und evaluiert Open Labs als experimentelle Infrastruktur für digitale Fertigung und Open‑Source‑Hardware in Tunesien. Es verbindet praktische Prototypenarbeit mit empirischer Forschung und institutioneller Kooperation, um eine nachhaltige, partizipative Innovationslandschaft zu etablieren.