Die modulare Leuchte zum Nachbauen
Die LOCILAMP (The Fab City Lamp) ist eine kreislauffähige, modular aufgebaute Leuchte, deren Design auf den Prinzipien der Circular Economy basiert: Modularität, Wiederverwendbarkeit, Reparierbarkeit und Suffizienz. Sie entstand als Weiterentwicklung der ersten Iteration „Shift‑Light“ im EU‑Projekt INTERFACER und zeigt, wie Leuchten ressourcenschonend und lokal gefertigt werden können.
Ihr Name leitet sich vom lateinischen „loci“ – Orte – ab und steht für ein Produktionsmodell, das globales Wissen mit lokaler Fertigung verbindet. Die LOCILAMP wird nicht zentral produziert, sondern in FabLabs, Werkstätten oder Kommunen vor Ort hergestellt. Das offene Hardware‑Design wird weltweit digital geteilt, während Materialien und Produktion lokal bleiben: lokale Herstellung, globales Wissen – für eine nachhaltige, zirkuläre Produktkultur.
In den folgenden Abschnitten stellen wir alle Informationen zum Nachbau der Lampe in einer Schritt-für-Schritt-Anleitung bereit – vom Material zum passenden Werkzeug, bis hin zur Herstellung in einer Werkstatt in der Nähe:
Intro
Was brauche ich zum Bau der Lampe?
- Welches Material wird benötigt (Link)
- Welche Werkzeuge & Maschinen brauche ich und wo finde ich diese? (Link)
- Werkstatt in der Nähe finden. (Link)
- Digital Product Passport (DPP): Alle Produktinformationen an einem Ort (Link)
Produktion & Assembly
Open Labs
Entwicklung und Erprobung von OpenLabs als niedrigschwellige Zugänge zu digitalen Fertigungstechnologien und lokaler Produktion im urbanen Raum mit unterschiedlichen sektorspezifischen Schwerpunktsetzungen zur Innovationsförderung und technologischen Weiterbildung.
- OpenLab Hamburg an der Helmut-Schmidt-Universität Hamburg
- OpenLab MedTec am Bundeswehrkrankenhaus Hamburg: Entwicklung von offenen Medizintechnik-Lösungen – etwa für Pflege, Rehabilitation oder Notfallhilfe.
- OpenLab Mobile in Kooperation mit der Süderelbe AG Ein mobiles Fab Lab in einem umgebauten Truck – flexibel einsetzbar in Stadtteilen, auf Veranstaltungen oder an Bildungseinrichtungen.
- OpenLab Microfactory – vom Fabrikationslabor zur mobilen Mikrofabrik, zuletzt aufgestellt im Pop-Up Circular Hub im Jupiter, dem deutschen Vorzeigeprojekt für die kreative Reaktivierung von Leerstand und die Transformation innerstädtischer Räume. Aktuell ausgestellt im FABRIC – Große Bleichen 21, Galleria Passage
- OpenLab Circular Plastics beim Insel e.V.: Arbeiten mit recycelten Kunststoffen, etwa durch Spritzguss, Extrusion oder Pressverfahren.
- OpenLab Food mit der Klimaschutzstiftung Hamburg: Pilotprojekte im Bereich Open Source Landwirtschaft mit Fokus auf lokale und nachhaltige Lebensmittelproduktion, z. B. Farm Roboter, Urban Gardening, Hydroponik oder Fermentation.
- OpenLab Circular Textiles von House of All: Experimentierraum für zirkuläre Textilproduktion – inklusive Reparatur, Upcycling und offenen Designprozessen.
- Open Lab Port mit der Hamburg Port Authority: Nutzung bestehender Räume am homePort im Hamburger Hafen zur Verbindung von maritimer Wirtschaft, Nachhaltigkeit und lokaler Produktion.
- Gestaltung und Umsetzung innovativer Bildungsformate zur Vermittlung von Fertigungskompetenz, Reparaturwissen und nachhaltigen Design- und Produktionspraktiken
Open Source Technologieentwicklung
- ein modulares, quelloffenes Toolkit mit digitalen Fertigungswerkzeugen, das unter anderem kleine und großformatige CNC-Fräsen, 3D-Drucker und Scanner sowie Laserschneider umfasst. Das Set kann z.B. für Fab Labs, OpenLabs, oder mobile Mikrofabriken zum Aufbau und der Konfigurierung von kleinskalierten Fertigungsumgebungen genutzt werden, mit dem Ziel der Schaffung einer modularen, physischen Produktionsinfrastruktur für die Stadt der Zukunft
- Optimierung und Weiterentwicklung der technischen Dokumentation und Qualitätssicherung von komplexen Open Source Hardware Maschinen in Kooperation mit der TU Berlin
- Erforschung rechtlicher Fragen zu Open Source Hardware in Kooperation mit dem IP Center der Bucerius Law School
Transition Governance, Citizen Innovation und Wirkungsanalyse
- Erforschung von Transition Governance-Modellen auf städtischer Ebene in Kooperation mit der HafenCity Universität Hamburg (hcu)
- Handlungsempfehlungen für die stadtbauliche Integration und Quartiersentwicklung in Kooperation mit der hcu
- Erforschung der Beteiligung von Bürger:innen an ko-kreativen Innovationsprozessen und partizipativer Technologieentwicklung in Kooperation mit der Kühne Logistics University
- Integration lokaler und globaler Communities of Practice
- Entwicklung von Metriken zur Wirkungsanalyse sowie eines umfassenden Fab City Produktportfolios in Kooperation mit dem MIT – The Center for Bits and Atoms und dem Fab City Hamburg e.V.
Fab City Vision
Designmerkmale der Fab City Lampe
- Modularität und Anpassungsfähigkeit: Die Shift Light kann als Tisch-, Steh-, Decken- oder Wandlampe verwendet werden. Durch einfaches Hoch- oder Herunterziehen des Lampenkopfs lässt sich die Helligkeit regulieren. Dank eines integrierten Kabelsystems kann die Lampe auch als Deckenleuchte oder in Gruppenanordnung genutzt werden.
- Materialvielfalt: Die Lamellen der Lampe können aus verschiedenen Materialien wie recyceltem Kunststoff, Sperrholz, Acrylglas oder Karton gefertigt werden. Die Parametrik des Designs ermöglicht es, Materialstärken und -arten einfach anzupassen.
- Nachhaltigkeit: Die Konstruktion kommt ohne Klebstoffe aus, was eine einfache Reparatur und Anpassung ermöglicht. Einzelne Lamellen können leicht ausgetauscht werden, um das Design oder die Lichtwirkung zu verändern.
- Open-Source-Ansatz: Die Shift Light ist als Open-Source Hardware entwickelt, was bedeutet, dass Baupläne und Anleitungen öffentlich zugänglich sind und die Lizenz eine freie Nutzung und Anpassung dieser Pläne erlaubt. Dies ermöglicht es FabLabs und Einzelpersonen weltweit, die Lampe nachzubauen und sich an der Entwicklung zu beteiligen.
Motivation
Die LOCILAMP demonstriert, wie durchdachtes Design und offene Produktionsprozesse zu nachhaltigen, anpassungsfähigen Produkten führen, die lokal gefertigt und weltweit geteilt werden können. Die erste Iteration, Shift-Light, aus dem INTERFACER Projekt in Kooperation mit Indeed Innovation steht bereits Open Source zur Verfügung. Das LOCILAMP Repository wird nach der Fertigstellung des Re-Designs ebenfalls hier veröffentlicht.
Lokal und digital
Im Teilprojekt des New Production Institute an der Helmut-Schmidt-Universität (HSU) entsteht ein umfassendes Modell für verteilte Produktion: Nutzeranforderungen werden in konkrete Produktlösungen übersetzt, digitale Schnittstellen implementiert und der gesamte Produktionsprozess prototypisch abgebildet. So entsteht ein greifbarer Nachweis, wie lokale und digitale Wertschöpfungsnetzwerke zukunftsfähig gestaltet werden können.
Community & Praxis
Tchibo bringt als Praxispartner seine Expertise in Kundeneinbindung und Produktentwicklung ein, während die HSU die Modellierung, Planung und Umsetzung der prototypischen verteilten Produktion übernimmt.
Kernpunkte
Unser Ziel ist die umfassende Bereitstellung und Weiterentwicklung der Projektergebnisse. Wir fördern die Nutzung unserer Erkenntnisse und Entwicklungen durch Dritte auf folgenden Wegen:
- Open-Source-Ökosystem: Wir setzen auf Open-Source-Software und -Hardware und lizenzieren unsere Projektentwicklungen ebenfalls als Open Source in verbreiteten Repositories. Dies ermöglicht und fördert ausdrücklich die wirtschaftliche Verwertung durch Dritte.
- Transparente Technologie: Technische und IT-Entwicklungen werden detailliert und öffentlich zugänglich dokumentiert, um Studium, Anpassung und Nutzung durch Dritte zu gewährleisten.
- Infrastruktur & Standards: Wir bauen auf dem Fab City Operating System auf und sichern die Kompatibilität mit relevanten Standards sowie EU-Vorgaben (z.B. Digital Product Passport).
- Wissenstransfer: Wissenschaftliche Erkenntnisse werden so aufbereitet, dass sie übertragbar sind und anderen Branchen als Anknüpfungspunkt dienen können.
- Netzwerk & Austausch: Projektergebnisse und -erfahrungen teilen wir aktiv in regionalen und nationalen wissenschaftlichen und wirtschaftlichen Netzwerken sowie in Stakeholder-Workshops mit Kammern, Verbänden und Unternehmen.
- Kommunikation & Reichweite: Best Practices werden zielgruppengerecht aufbereitet und über diverse Medienkanäle sowie bestehende Plattformen und Netzwerke verbreitet.
- Nachhaltige Kooperationen: Wir initiieren und stärken aktiv Partnerschaften und Kooperationen für zukünftige Projekte und Weiterentwicklungen.
















Zentrale Ergebnisse
Im Projekt haben wir konkrete Ergebnisse erzielt, die eine lokale, zirkuläre und verteilte Produktion ermöglichen. Dazu gehören die Einbindung von Testkunden in die Produktentwicklung, die Erstellung eines digitalen Prototyps für einen Produktpass und die Fertigung physischer Leuchten-Prototypen auf Open-Source-Basis in verteilter Weise. Unsere Arbeit mündete in der Veröffentlichung von Handlungsempfehlungen für verteilte Produktion.
Teilprojekt A (HSU) hat Anforderungen und Schnittstellen definiert, ein Prozessmodell für die verteilte Produktion entwickelt, physische Prototypen in Build-Workshops getestet, den Wertschöpfungsprozess in FCOS simuliert und Stakeholder-Workshops zur Ergebnisvalidierung durchgeführt.
Teilprojekt B (Tchibo) lieferte Kundenfeedback zu zirkulären Produkten, ein vollständig dokumentiertes Leuchtendesign, eine CO₂-Fußabdruck- und Lifecycle-Analyse, einen Zertifizierungsbericht für zirkuläre/verteilte Produktion und eine visuelle Darstellung des Wertschöpfungsprozesses.
Projektkonsortium
Fab-Dictionary
Kreislauffähiges Design
Kreislauffähiges Design bedeutet, Produkte so zu gestalten, dass sie leicht repariert, wiederverwendet oder recycelt werden können. Ziel ist es, Ressourcen möglichst lange im Umlauf zu halten. Dazu gehören z. B. modulare Bauweise, leicht lösbare Verbindungen oder der Einsatz recycelbarer Materialien.
Digitaler Produktpass (DPP)
Ein Digitaler Produktpass ist eine digitale Akte, die Informationen über Herkunft, Materialien, Reparaturfähigkeit, Recycling und CO₂-Bilanz eines Produkts enthält. Er schafft Transparenz entlang der Wertschöpfungskette – und wird in Zukunft in vielen Branchen verpflichtend. LOCILAMP erprobt erste prototypische Umsetzungen eines DPP für Open-Source Hardware Designs. Mehr dazu im Projekt Interfacer.
Fab City Operating System (FCOS)
Das Fab City Operating System ist eine digitale Infrastruktur für lokale Produktion: Es hilft dabei, Produktionsdaten zu erfassen, auszutauschen und nutzbar zu machen – z. B. für den Digitalen Produktpass oder zur Visualisierung von Wertschöpfungsnetzwerken. LOCILAMP nutzt FCOS zur Simulation und Steuerung des verteilten Fertigungsprozesses. Mehr dazu im Projekt Interfacer.
Projekttitel & Laufzeit
- LOCILAMP – The Fab City Lamp. Erprobung einer lokalen, zirkulären und verteilten Produktion
- Fördersumme: ~ 330.000 €
- Okt 2024 – März 2026