Die zirkuläre Leuchte für den Eigenbau
Die LOCILAMP (The Fab City Lamp) ist ein kreislauffähiger, modular aufgebauter Open-Source Lampenschirm, dessen Design auf den Prinzipien der Circular Economy basiert: Modularität, Wiederverwendbarkeit, Reparierbarkeit und Suffizienz.
Der Name leitet sich vom lateinischen Wort loci für Orte oder Standorte – ab und beschreibt ein verteiltes Produktionsmodell, das global geteiltes Wissen mit lokaler Fertigung verbindet. Die LOCILAMP wird nicht zentral hergestellt, sondern in FabLabs, Werkstätten oder kommunalen Produktionsorten gefertigt. Das Open-Source-Design wird weltweit digital bereitgestellt, während Materialien und Produktion lokal verbleiben – lokale Herstellung bei global geteiltem Wissen.
Im folgenden stellen wir praxisnahe Anleitungen zur Reproduktion des Lampenschirms bereit. Diese umfassen den gesamten Herstellungsprozess – von Materialauswahl und Werkzeugen bis hin zur Fertigung in einer lokalen Werkstatt.
Intro
Bauen, Reparieren & Entdecken:
- Welches Material wird benötigt (Link)
- Welche Werkzeuge & Maschinen brauche ich und wo finde ich diese? (Link)
- Werkstatt in der Nähe finden. (Link)
- Digital Product Passport (DPP): Alle Produktinformationen an einem Ort (Link)
Open-Source Designdateien
Zugriff auf alle Konstruktionsdaten, CAD‑Dateien und technischen Dokumentationen:
LOCILAMP GitHub Repository
Digitaler Produktpassport
Ein Digitaler Produktpass ist eine digitale Akte, die Informationen über Herkunft, Materialien, Reparaturfähigkeit, Recycling und CO₂-Bilanz eines Produkts enthält. Er schafft Transparenz entlang der Wertschöpfungskette – und wird in Zukunft in vielen Branchen verpflichtend. LOCILAMP erprobt erste prototypische Umsetzungen eines DPP für Open-Source Hardware Designs. Mehr dazu im Projekt Interfacer.
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Von der Idee zum Produkt
Forschungsprojekt & Hintergrund
Das DATIpilot Projekt LOCILAMP, gefördert durch das Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt, ist ein Praxisbeispiel für lokale, zirkuläre und verteilte Produktion, das skalierbare und partizipative Modelle für eine postindustrielle Produktionslogik erprobt. Dabei wird untersucht, wie Design, Fertigung und Dateninfrastruktur auf Open-Source-Basis lokal umgesetzt werden können – unter Einbezug von Bürger:innen, Wirtschaft und Forschung.
Mit der LOCILAMP (The Fab City Lamp) wurde ein wegweisender Prozess zur Entwicklung und Fertigung eines kreislauffähigen Lampenschirms etabliert. Die erste Umsetzung „Shift-Light“ entstand im Rahmen des EU-geförderten INTERFACER Projekts in Kooperation mit Indeed Innovation als modulares Leuchtobjekt, dessen Gestaltung auf den Prinzipien der Kreislaufwirtschaft basiert: Modularität, Wiederverwendbarkeit, Reparierbarkeit und Suffizienz. Die LOCILAMP demonstriert, wie durchdachtes Design und offene Produktionsprozesse zu nachhaltigen, anpassungsfähigen Produkten führen, die lokal gefertigt und weltweit geteilt werden können. Das Design steht bereits als Open-Source-Entwicklung zur Verfügung.
Motivation
Designmerkmale der LOCILAMP
Modularität & Anpassungsfähigkeit
Materialvielfalt
Die Lamellen der Lampe können aus verschiedenen Materialien wie recyceltem Kunststoff, Sperrholz, Acrylglas oder Karton gefertigt werden. Die Parametrik des Designs ermöglicht es, Materialstärken und -arten einfach anzupassen.
Nachhaltigkeit
Die Konstruktion kommt ohne Klebstoffe aus, was eine einfache Reparatur und Anpassung ermöglicht. Einzelne Lamellen können leicht ausgetauscht werden, um das Design oder die Lichtwirkung zu verändern.
Open-Source-Ansatz
Die Shift Light ist als Open-Source Hardware entwickelt, was bedeutet, dass Baupläne und Anleitungen öffentlich zugänglich sind und die Lizenz eine freie Nutzung und Anpassung dieser Pläne erlaubt. Dies ermöglicht es FabLabs und Einzelpersonen weltweit, die Lampe nachzubauen und sich an der Entwicklung zu beteiligen.
Lokal und digital
Im Teilprojekt des New Production Institute an der Helmut-Schmidt-Universität (HSU) entsteht ein umfassendes Modell für verteilte Produktion: Nutzeranforderungen werden in konkrete Produktlösungen übersetzt, digitale Schnittstellen implementiert und der gesamte Produktionsprozess prototypisch abgebildet. So entsteht ein greifbarer Nachweis, wie lokale und digitale Wertschöpfungsnetzwerke zukunftsfähig gestaltet werden können.
Community & Praxis
Tchibo bringt als Praxispartner seine Expertise in Kundeneinbindung, Design- und Produktentwicklung ein, während die HSU die Modellierung, Planung und Umsetzung der prototypischen verteilten Produktion übernimmt.
Kernpunkte
Unser Ziel ist die umfassende Bereitstellung und Weiterentwicklung der Projektergebnisse. Wir fördern die Nutzung unserer Erkenntnisse und Entwicklungen durch Dritte auf folgenden Wegen:
- Open-Source-Ökosystem: Wir setzen auf Open-Source-Software und -Hardware und lizenzieren unsere Projektentwicklungen ebenfalls als Open Source in verbreiteten Repositories. Dies ermöglicht und fördert ausdrücklich die wirtschaftliche Verwertung durch Dritte.
- Transparente Technologie: Technische und IT-Entwicklungen werden detailliert und öffentlich zugänglich dokumentiert, um Studium, Anpassung und Nutzung durch Dritte zu gewährleisten.
- Infrastruktur & Standards: Wir bauen auf dem Fab City Operating System auf und sichern die Kompatibilität mit relevanten Standards sowie EU-Vorgaben (z.B. Digital Product Passport).
- Wissenstransfer: Wissenschaftliche Erkenntnisse werden so aufbereitet, dass sie übertragbar sind und anderen Branchen als Anknüpfungspunkt dienen können.
- Netzwerk & Austausch: Projektergebnisse und -erfahrungen teilen wir aktiv in regionalen und nationalen wissenschaftlichen und wirtschaftlichen Netzwerken sowie in Stakeholder-Workshops mit Kammern, Verbänden und Unternehmen.
- Kommunikation & Reichweite: Best Practices werden zielgruppengerecht aufbereitet und über diverse Medienkanäle sowie bestehende Plattformen und Netzwerke verbreitet.
- Nachhaltige Kooperationen: Wir initiieren und stärken aktiv Partnerschaften und Kooperationen für zukünftige Projekte und Weiterentwicklungen.
















Zentrale Ergebnisse
Im Projekt haben wir konkrete Ergebnisse erzielt, die eine lokale, zirkuläre und verteilte Produktion ermöglichen. Dazu gehören die Einbindung von Testkunden in die Produktentwicklung, die Erstellung eines digitalen Prototyps für einen digitalen Produktpass und die Fertigung physischer Lampenschirm-Prototypen auf Open-Source-Basis in verteilter Weise. Unsere Arbeit hat die Veröffentlichung von Handlungsempfehlungen für verteilte Produktion zum Ziel.
Teilprojekt A (HSU) hat Anforderungen und Schnittstellen definiert, ein Prozessmodell für die verteilte Produktion entwickelt, physische Prototypen in Build-Workshops getestet, den Wertschöpfungsprozess in FCOS simuliert und Stakeholder-Workshops zur Ergebnisvalidierung durchgeführt.
Teilprojekt B (Tchibo) lieferte Kundenfeedback zu zirkulären Produkten, ein vollständig dokumentiertes Lampenschirm-Design, eine CO₂-Fußabdruck- und Lifecycle-Analyse, einen Zertifizierungsbericht für zirkuläre/verteilte Produktion und eine visuelle Darstellung des Wertschöpfungsprozesses.
Projektkonsortium
Dictionary
Kreislauffähiges Design
Kreislauffähiges Design bedeutet, Produkte so zu gestalten, dass sie leicht repariert, wiederverwendet oder recycelt werden können. Ziel ist es, Ressourcen möglichst lange im Umlauf zu halten. Dazu gehören z. B. modulare Bauweise, leicht lösbare Verbindungen oder der Einsatz recycelbarer Materialien.
Digitaler Produktpass (DPP)
Ein Digitaler Produktpass ist eine digitale Akte, die Informationen über Herkunft, Materialien, Reparaturfähigkeit, Recycling und CO₂-Bilanz eines Produkts enthält. Er schafft Transparenz entlang der Wertschöpfungskette – und wird in Zukunft in vielen Branchen verpflichtend. LOCILAMP erprobt erste prototypische Umsetzungen eines DPP für Open-Source Hardware Designs. Mehr dazu im Projekt Interfacer.
Fab City Operating System (FCOS)
Das Fab City Operating System ist eine digitale Infrastruktur für lokale Produktion: Es hilft dabei, Produktionsdaten zu erfassen, auszutauschen und nutzbar zu machen – z. B. für den Digitalen Produktpass oder zur Visualisierung von Wertschöpfungsnetzwerken. LOCILAMP nutzt FCOS zur Simulation und Steuerung des verteilten Fertigungsprozesses. Mehr dazu im Projekt Interfacer.
Projekttitel & Laufzeit
- LOCILAMP – The Fab City Lamp. Erprobung einer lokalen, zirkulären und verteilten Produktion
- Fördersumme: ~ 330.000 €
- Okt 2024 – März 2026