The Fab City Lamp

Die zirkuläre Leuchte für den Eigenbau

Die LOCILAMP (The Fab City Lamp) ist ein kreislauffähiger, modular aufgebauter Open-Source Lampenschirm, dessen Design auf den Prinzipien der Circular Economy basiert: Modularität, Wiederverwendbarkeit, Reparierbarkeit und Suffizienz.

Der Name leitet sich vom lateinischen Wort loci für Orte oder Standorte – ab und beschreibt ein verteiltes Produktionsmodell, das global geteiltes Wissen mit lokaler Fertigung verbindet. Die LOCILAMP wird nicht zentral hergestellt, sondern in FabLabs, Werkstätten oder kommunalen Produktionsorten gefertigt. Das Open-Source-Design wird weltweit digital bereitgestellt, während Materialien und Produktion lokal verbleiben – lokale Herstellung bei global geteiltem Wissen.

Im folgenden stellen wir praxisnahe Anleitungen zur Reproduktion des Lampenschirms bereit. Diese umfassen den gesamten Herstellungsprozess – von Materialauswahl und Werkzeugen bis hin zur Fertigung in einer lokalen Werkstatt.

DIY

Lampenschirm zum Eigenbau:

*Hinweis: Der Lampenschirm ist nur für den privaten/heimischen Gebrauch (in Verbraucherhaushalten) bestimmt und das Produkt sowie die Daten selbst sind für gewerbliche Zwecke nicht zulässig. Haftungsausschluss: Wir vom New Production Institute und Tchibo übernehmen keine Haftung für die Funktionsfähigkeit und Sicherheit der Lampe, besonders bei Änderungen am Produkt durch den Verbrauchenden; Eine Lichtinstanz von max. 8W LED oder E27 Fassung gilt lediglich als Empfehlung für den Leuchtenschirm.

Intro

Bauen, Reparieren & Entdecken:

  1. Welches Material benötige ich? (Link)
  2. Welche Werkzeuge & Maschinen brauche ich und wo finde ich diese? (Link)
  3. Wo finde ich eine Werkstatt in der Nähe? (Link)

Zugriff auf alle Konstruktionsdaten, CAD‑Dateien und technischen Dokumentationen des Lampenschirms:

LOCILAMP GitHub Repository: Page not found · GitHub · GitHub

Ein Digitaler Produktpass ist eine digitale Akte, die Informationen über Herkunft, Materialien, Reparaturfähigkeit, Recycling und CO₂-Bilanz eines Produkts enthält. Er schafft Transparenz entlang der Wertschöpfungskette – und wird in Zukunft in vielen Branchen verpflichtend. LOCILAMP erprobt erste prototypische Umsetzungen eines DPP für Open-Source Hardware Designs. Mehr dazu im Projekt Interfacer.

 

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Von der Idee zum Produkt

Wertschöpfungsökosystem der LOCILAMP

Forschungsprojekt

Das Verbundprojekt LOCILAMP – The Fab City Lamp (HSU/NPI und Tchibo) ist Teil des DATIpilot-Innovationssprints (Förderprojekt des Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt) und untersucht exemplarisch, wie offene, zirkuläre und verteilte Wertschöpfung auf Basis von Open-Source-Hardware (OSH) praktisch umgesetzt werden kann.

Zentral ist ein nutzerzentrierter Entwicklungsansatz, bei dem Testkund:innen frühzeitig in Co-Creation-Formaten eingebunden wurden. Die daraus gewonnenen Erkenntnisse zu Nutzungskontexten, Anforderungen und Akzeptanz flossen direkt in die iterative Weiterentwicklung des Designs ein. Ergänzend wurden Lifecycle- und CO₂-Fußabdruck-Analysen durchgeführt, deren Ergebnisse in konkrete Optimierungen der zweiten Designiteration eingeflossen sind.

Parallel entwickelte das New Production Institute ein wissenschaftlich fundiertes Prozessmodell für verteilte Produktion, das Akteure, Rollen, Ressourcen, Datenflüsse und Schnittstellen entlang des Produktlebenszyklus abbildet. Dieses Modell bildet die Grundlage für die prototypische Integration der LOCILAMP in das Fab City Operating System (FCOS) sowie für einen Digitalen Produktpass (DPP) auf Basis von GS1-Standards und der EU-Ökodesign-Richtlinie (ESPR). Dabei werden sowohl Potenziale digitaler Infrastrukturen für offene und zirkuläre Wertschöpfung sichtbar als auch bestehende Reife- und Governance-Lücken auf EU-Ebene.

Ein wesentlicher Schwerpunkt lag auf der regulatorischen Anschlussfähigkeit. Die technische Prüfung durch den TÜV Rheinland bestätigte die Einhaltung relevanter Sicherheits-, EMV- und Niederspannungsrichtlinien. Gleichzeitig zeigte sich, dass klassische Zertifizierungs- und Haftungslogiken nur eingeschränkt auf offene, veränderbare Produkte in verteilten Produktionssystemen übertragbar sind. Als Ergebnis wurde kein übertragbares Zertifikat entwickelt, sondern eine Blaupause in Form einer Checkliste für Open-Source-Hardware-Projekte.

Die erste Designbasis der LOCILAMP geht auf die Entwicklung „Shift-Light“ aus dem EU-geförderten INTERFACER-Projekt in Kooperation mit Indeed Innovation zurück. Dieses modulare Leuchtobjekt bildet die gestalterische Grundlage und folgt bereits den Prinzipien der Kreislaufwirtschaft: Modularität, Wiederverwendbarkeit, Reparierbarkeit und Suffizienz.

Insgesamt zeigt LOCILAMP die Machbarkeit offener, lokal verankerter und digital unterstützter Produktentwicklung und identifiziert zugleich zentrale Grenzen und Weiterentwicklungsbedarfe – insbesondere in den Bereichen Regulierung, Skalierung und Dateninfrastruktur. Das Projekt liefert damit konkrete Modelle, Werkzeuge und Erkenntnisse für Forschung, Praxis und Politik im Kontext postindustrieller Produktionslogiken.

 

Die LOCILAMP - Designmerkmale

Die Shift Light kann als Tisch-, Steh-, Decken- oder Wandlampe verwendet werden. Durch einfaches Hoch- oder Herunterziehen des Lampenkopfs lässt sich die Helligkeit regulieren. Dank eines integrierten Kabelsystems kann die Lampe auch als Deckenleuchte oder in Gruppenanordnung genutzt werden.

Die Lamellen der Lampe können aus verschiedenen Materialien wie recyceltem Kunststoff, Sperrholz, Acrylglas oder Karton gefertigt werden. Die Parametrik des Designs ermöglicht es, Materialstärken und -arten einfach anzupassen.

Die Konstruktion kommt ohne Klebstoffe aus, was eine einfache Reparatur und Anpassung ermöglicht. Einzelne Lamellen können leicht ausgetauscht werden, um das Design oder die Lichtwirkung zu verändern.

Der Lampenschirm ist als Open-Source Hardware entwickelt, was bedeutet, dass Baupläne und Anleitungen öffentlich zugänglich sind und die Lizenz eine freie Nutzung und Anpassung dieser Pläne erlaubt. Dies ermöglicht es FabLabs und Einzelpersonen weltweit, die Leuchte nachzubauen und sich an der Entwicklung zu beteiligen.

Lokal und digital

Im Teilprojekt des New Production Institute an der Helmut-Schmidt-Universität (HSU) entsteht ein umfassendes Modell für verteilte Produktion: Nutzeranforderungen werden in konkrete Produktlösungen übersetzt, digitale Schnittstellen implementiert und der gesamte Produktionsprozess prototypisch abgebildet. So entsteht ein greifbarer Nachweis, wie lokale und digitale Wertschöpfungsnetzwerke zukunftsfähig gestaltet werden können.

Community & Praxis

Tchibo bringt als Praxispartner seine Expertise in Kundeneinbindung, Design- und Produktentwicklung ein, während die HSU die Modellierung, Planung und Umsetzung der prototypischen verteilten Produktion übernimmt.

Unser Ziel

Kernpunkte

Unser Ziel ist die umfassende Bereitstellung und Weiterentwicklung der Projektergebnisse. Die Nutzung der Erkenntnisse durch Dritte wird gezielt gefördert durch:

  • Open-Source-Ökosystem für Software und Hardware mit frei zugänglicher Lizenzierung
  • Transparente Dokumentation technischer und digitaler Entwicklungen
  • Nutzung des Fab City Operating Systems und Kompatibilität mit EU-Standards (z. B. DPP, ESPR)
  • Übertragbare wissenschaftliche Erkenntnisse für andere Branchen und Kontexte
  • Aktiver Wissenstransfer in wissenschaftliche und wirtschaftliche Netzwerke
  • Zielgruppengerechte Kommunikation über Medien, Plattformen und Netzwerke
  • Aufbau nachhaltiger Kooperationen für zukünftige Projekte und Weiterentwicklungen
Forschung

Zentrale Ergebnisse

Im Projekt wurden konkrete Ergebnisse zur Umsetzung lokaler, zirkulärer und verteilter Produktion erzielt.

Dazu gehören:

  • Einbindung von Testkund:innen in die Produktentwicklung
  • Erstellung eines digitalen Prototyps für einen Digitalen Produktpass (DPP)
  • Durchführung von Lifecycle- und CO₂-Analysen sowie Ableitung von Designoptimierungen
  • Entwicklung und Validierung eines Prozessmodells für verteilte Produktion (HSU/NPI)
  • Simulation des Wertschöpfungsprozesses im Fab City Operating System (FCOS)
  • Durchführung von Build- und Stakeholder-Workshops zur Validierung

Das Teilprojekt A (HSU) entwickelte Anforderungen, Schnittstellen und ein Prozessmodell für verteilte Produktion, testete physische Prototypen in Workshops und validierte Ergebnisse gemeinsam mit Stakeholdern.

Das Teilprojekt B (Tchibo) lieferte Kundenfeedback zu zirkulären Produkten, ein vollständig dokumentiertes Lampendesign, eine CO₂- und Lifecycle-Analyse sowie eine visuelle Darstellung des Wertschöpfungsprozesses.

Ergänzend wurden regulatorische Erkenntnisse gewonnen: Während technische Standards erfüllt werden konnten, zeigte sich eine strukturelle Lücke zwischen offenen Produktentwicklungsprozessen und bestehenden Zertifizierungslogiken. Daraus wurde eine Open-Source-Hardware-Checkliste als übertragbare Blaupause entwickelt.

Das Projekt liefert damit nicht nur technische und gestalterische Ergebnisse, sondern auch systemische Erkenntnisse für die Weiterentwicklung postindustrieller Produktions- und Regulierungssysteme.

Forschung

Veröffentlichung der Ergebnisse

Bereits erfolgt oder in Umsetzung

  • Vollständige Dokumentation der LOCILAMP zur Reproduktion (LinkStack)
  • Interaktive Bau- und Gebrauchsanleitung
  • Digitaler Produktpass auf Fab City OS Plattform (Livegang Sommer 2026)
  • GitHub-Repository der Lampenentwicklung
  • Veröffentlichung im Kontext der Tchibo-Kreislaufwirtschaft
  • Vortrag Fachkreis Circular Economy (BUKEA, 16.10.2025)
  • Teilnahme und Vorträge beim Maker Challenge Meetup Hamburg (26.02.2026)

Geplante Veröffentlichungen

  • Beitrag auf der re:publica Konferenz (Berlin, 18.05.2026)
  • Dissertation von Michel Langhammer (HSU / Universität der Bundeswehr Hamburg):
    „Prozessmodellierung der verteilten Produktion“ (Arbeitstitel)

Projektkonsortium

Partner

Dictionary

Kreislauffähiges Design bedeutet, Produkte so zu gestalten, dass sie leicht repariert, wiederverwendet oder recycelt werden können. Ziel ist es, Ressourcen möglichst lange im Umlauf zu halten. Dazu gehören z. B. modulare Bauweise, leicht lösbare Verbindungen oder der Einsatz recycelbarer Materialien.

Ein Digitaler Produktpass ist eine digitale Akte, die Informationen über Herkunft, Materialien, Reparaturfähigkeit, Recycling und CO₂-Bilanz eines Produkts enthält. Er schafft Transparenz entlang der Wertschöpfungskette – und wird in Zukunft in vielen Branchen verpflichtend. LOCILAMP erprobt erste prototypische Umsetzungen eines DPP für Open-Source Hardware Designs. Mehr dazu im Projekt Interfacer.

Das Fab City Operating System ist eine digitale Infrastruktur für lokale Produktion: Es hilft dabei, Produktionsdaten zu erfassen, auszutauschen und nutzbar zu machen – z. B. für den Digitalen Produktpass oder zur Visualisierung von Wertschöpfungsnetzwerken. LOCILAMP nutzt FCOS zur Simulation und Steuerung des verteilten Fertigungsprozesses. Mehr dazu im Projekt Interfacer.

Projekttitel & Laufzeit

  • LOCILAMP – The Fab City Lamp. Erprobung einer lokalen, zirkulären und verteilten Produktion
  • Fördersumme: ~ 360.000 €
  • 01.10.2024 – 31.03.2026

Förderung

BMFTR_de_DTP_RGB_gef_durch-2

Ansprechpartner

Daniel Salgado-Moreno

Wissenschaftlicher Mitarbeiter

Forschungsschwerpunkte

Michel Langhammer

Wissenschaftlicher Mitarbeiter

Forschungsschwerpunkte