MAKER CHALLENGE 2026 Ausstellung

Von der Idee zum Prototypen.

11 Ideen. 11 Prototypen. Eine zirkuläre Zukunft für Hamburg! 

Die MAKER CHALLENGE 2026 bringt Menschen aus Hamburg und der Metropolregion zusammen, die ihre Ideen für eine nachhaltigere Zukunft selbst gestalten und umsetzen wollen.

Gesucht wurden Produktideen mit zirkulärem Potenzial – Ideen, die langlebig, reparierbar, modular, recyclingfähig oder ressourcenschonend sind. Aus den eingereichten Ideen wurden elf Gewinner:innen ausgewählt, die ihre Konzepte im nächsten Schritt gemeinsam mit Maker:innen, Mentor:innen und Partnern aus dem Hamburger Fab City-Netzwerk zu Prototypen weiterentwickelt haben.

Die folgende digitale Ausstellung zeigt die Ergebnisse dieses Prozesses.

Von der ersten Idee zum greifbaren Produkt: Die MAKER CHALLENGE 2026 macht sichtbar, was entstehen kann, wenn Kreativität, lokale Produktion, offene Werkstätten und gemeinsames Wissen zusammenkommen.

The Exhibition.

Was als Idee auf der digitalen Plattform begann, wurde in den vergangenen Monaten zu einem konkreten Entwurf, Modell oder funktionsfähigen Prototypen.

Die elf Gewinner:innen haben ihre Projekte weiterentwickelt, ausprobiert, verändert und gebaut. Dabei kamen unterschiedliche Verfahren und Technologien zum Einsatz – von additiver Fertigung und CNC-Bearbeitung über Lasercutting bis hin zu Elektronikentwicklung und klassischer handwerklicher Fertigung.

Die ausgestellten Prototypen zeigen dabei nicht nur fertige Ergebnisse. Sie erzählen auch von Experimenten, Iterationen und neuen Lösungswegen.

Gewinner:innen Projekte 2026

Ulrike Acker-Thomsen – CIRC&LOV

Karibik, Norwegen, mehrere Atlantiküberquerungen — und dann fast die Entsorgung.

CIRC&LOV hat ausrangierte Kabinenhocker eines Kreuzfahrtschiffes gerettet und neu gedacht: Das solide Metallgestell bleibt, die abgenutzte Polsterung weicht einer CNC-gefrästen Tischplatte aus recyceltem Kunststoff in Terrazzo-Optik.

Kunden konfigurieren ihr eigenes Stück: Gestellfinish, Plattendesign, Kantenform — jede Kombination ein nummeriertes Einzelstück, lokal gefertigt in Hamburg. Ein fester Anteil jedes Verkaufserlöses geht an den Hafen hilft e.V., der die Hocker ursprünglich gerettet hat.

Der Hocker hat die Welt gesehen. Jetzt wird es Zeit, dass er ankommt.

Norman Heck

Eine gleichmäßig gewickelte Garnkone ist Grundvoraussetzung für jede maschinelle Textilproduktion. Die Wickler, die zur Herstellung einer solchen Kone benötigt werden , sind für kleine Labels und lokale Produktionsstätten kaum zugänglich. Bezahlbare Lösungen fehlen; industrielle Maschinen sind überdimensioniert, teuer und schwer zu warten.

Dieses Projekt entwickelt eine Open Source Alternative: einen präzisen, modularen Konenwickler, lokal produzierbar, und für alle frei verfügbar dokumentiert. Damit wird eine Grundlagen-technologie zugänglich — für Werkstätten, kleine Produktionsstätten und alle, die textile Wertschöpfung dezentral denken.

E-Mail: hello@oswinder.de

Luis Blotevogel

Ein kaputter Akku sollte nicht das Ende eines ganzen Bluetooth-Lautsprechers bedeuten. BIENLEIN verfolgt ein zirkuläres Design mit lokaler Produktion: Gehäuse aus drei Materialien — Kunststoff aus dem 3D-Drucker, Kork und Aluminium, verbunden ohne einen Tropfen Klebstoff, um später gut trennen zu können. Wird ein Gehäuseteil beschädigt, kann es anhand offener Fertigungsdaten im nächsten Fab Lab nachproduziert werden.

Der Akku schwächelt? Zwei neue 18650-Zellen gibt’s für je 7 € und die Elektronikteile können über Steckverbindungen getauscht werden. Soundprofil frei programmierbar, Gehäusedesign und Farben per 3D-Druck anpassbar. So wird aus irgendeinem Lautsprecher dein ganz eigener.

Trinity Schlosser

Warum eine Powerbank entsorgen, wenn nur eine von zwei Akkuzellen schwächelt? EverCharge stellt diese Frage und beantwortet sie mit konsequentem Design: ein modulares, werkzeuglos zu öffnendes Gehäuse, in dem Standard-18650-Akkuzellen per Klick getauscht werden können — ohne Schrauben, ohne Fachwissen, ohne Neukauf.

Das 3D-gedruckte Gehäuse aus recyceltem Kunststoff macht die Technik sichtbar statt zu verbergen. Skelettartige Aussparungen reduzieren Material, verbessern die Kühlung und erklären das Produkt durch seine Form. Lokal gefertigt in Hamburger Fab Labs, offen dokumentiert, erweiterbar.

Azadeh Haratiannezhadi

Eine Bohrmaschine, die einmal alle drei Jahre genutzt wird, muss niemand besitzen. Der Smart Neighborhood Tool-Sharing Locker schafft eine gemeinsame Infrastruktur: ein modulares Schließfachsystem, das Nachbar:innen ermöglicht, Werkzeuge unkompliziert auszuleihen und zurückzugeben — per RFID-Karte oder QR-Code, sicher und nachvollziehbar.

Das System ist für die lokale Fertigung im Fab Lab konzipiert: lasergeschnittene Holz- oder Metallpanele, Open-Source-Elektronik, anpassbar und skalierbar. Es kann in Wohnhäusern, Gemeinschaftszentren oder öffentlichen Räumen installiert werden. Weniger unnötiger Konsum, weniger ungenutztes Werkzeug in Kellern — und ein konkreter Anlass, miteinander in Kontakt zu kommen.

Hannah Marxen

Plötzlicher Regen ohne Schutz dabei – meist endet das im Einweg-Poncho vom Kiosk. Diese Satteltasche macht das überflüssig.

Unauffällig unter dem Sattel befestigt, lässt sie sich bei Bedarf schnell ausziehen und danach wieder kompakt zusammenschieben. Das robuste, flexible Material funktioniert wie ein Lampion: voll ausfahrbar und platzsparend zusammenziehbar. Verschlossen wird sie oben mit einem stabilen, 3D-gedruckten Verschluss, ähnlich dem Mechanismus einer Flensburger-Flasche: Sicherung lösen, Klappe nach oben öffnen. So bleibt der Inhalt im Alltag zuverlässig geschützt. Im geräumigen Inneren finden eine gefaltete Regenjacke oder ein Poncho ebenso Platz wie andere Kleinteile. Alltagstauglich, vielseitig und langlebig – zusätzlicher Stauraum genau dann, wenn man ihn braucht.

Ralf Staudenmaier

Lastaufnahmemittel für den industriellen Einsatz sind schwer, teuer und zentral produziert. Diese Traverse stellt beides in Frage: Hochfeste Aluminiumrohre kombiniert mit carbonfaserverstärkten, additiv gefertigten Verbindungselementen reduzieren das Gewicht gegenüber marktüblichen Systemen um rund 70 % — bei gleicher Festigkeit.

Die Verbindungselemente können dezentral, direkt in der eigenen Werkstatt gedruckt werden. Mit offenen Konstruktionsdaten und Fertigungsrichtlinien ist eine einsatzbereite Traverse innerhalb kürzester Zeit produzierbar — ohne Lieferkette, ohne Zentrallager.

Additive Fertigung in sicherheitsrelevanten Lastaufnahmemitteln ist industriell bislang nicht etabliert. Dieses Projekt betritt technologisches Neuland.

Team preloved

PreLoved ist eine von Schüler:innen entwickelte Bildungsinitiative rund um Fast Fashion, Kreislaufwirtschaft und nachhaltigen Konsum. Gemeinsam setzen sich die Jugendlichen mit den sozialen und ökologischen Auswirkungen der globalen Textilindustrie auseinander und stellen dabei eine zentrale Frage: Wer näht eigentlich unsere Kleidung?

Mit ihrem Circularity Cart besuchen die Schüler:innen andere Schulen und gestalten Peer-to-Peer-Workshops. Sie vermitteln Wissen auf Augenhöhe, regen zum Nachdenken über Konsum, globale Lieferketten und Ressourcen an und entwickeln gemeinsam mit anderen Jugendlichen kreative Lösungsansätze für eine nachhaltigere Zukunft. PreLoved macht Schüler:innen zu aktiven Gestalter:innen des Wandels. Indem sie Wissen weitergeben, Workshops leiten und Verantwortung übernehmen.

Amadeus Rokita

Eine Leuchtform, die zur Bauhaus-Zeit selbstverständlich war, ist heute fast vergessen: die Kopfspiegelleuchte, bei der man nicht direkt ins Leuchtmittel blickt und die selbst mit einfachem Schirm blendfreies, gerichtetes Licht erzeugt. Amadeus hat sie zurückgebracht — als Open-Hardware-LED-Leuchte mit CRI 97, einstellbarer Lichttemperatur und E27-Fassung.

Keine App, keine Anmeldung, kein Abo. Helligkeit und Farbtemperatur werden direkt am Gerät geregelt. Das Gehäuse ist verschraubt, alle Module werkzeuglos austauschbar, die Dokumentation offen verfügbar.

Eine Leuchte, die repariert werden kann, statt ersetzt werden muss — für Ateliers, Studios und alle, für die gutes Licht keine Frage der Connectivity ist.

Frank Backhaus

Der Berliner Stromausfall zu Jahresbeginn hat es deutlich gemacht: Wer in Krisensituationen autark sein will, braucht eigene Lösungen. Dieser Generator liefert sie — angetrieben von Muskelkraft, gebaut aus recycelten Teilen.

Das Prinzip ist einfach: 10 bis 15 Minuten Pedalarbeit laden ein bis zwei Smartphones vollständig auf. Als Antrieb dient ein aufgebocktes Fahrrad oder ein Heimtrainer-ähnlicher Aufbau — Beinmuskeln statt Arme, weil es effizienter und weniger ermüdend ist. Als Generator kommen recycelte Motoren aus alten Hoverboards zum Einsatz.

Open Source, lokal baubar, krisenfest. Für echte Maker gilt auch bei der Stromerzeugung das DIY-Prinzip.

Lenn Krause & Jonathan NG

Kleine Windkraftanlagen für Balkon und Garten sind keine Zukunftsmusik – unser Testgerät gibt es schon ab 180€ im Onlinehandel. Oft fehlt nicht die Technik, sondern das Verständnis: Wie viel Strom bringt sie wirklich? Wo in Hamburg lohnt sich das? Und welcher Rotortyp ist sinnvoll?

Statt eine neue Anlage zu entwickeln, bauten wir diesen Prototyp, um Windkraft erlebbar zu machen: Die Windmap zeigt vier Orte in Hamburg mit unterschiedlichen Windstärken, am Regler lässt sich diese nachstellen und das Windrad entsprechend drehen. Eine Simulation zeigt die Ladedauer eines Handys, der Vergleich der Rotortypen macht Effizienzunterschiede von 15 bis 50 % sichtbar.

Unser Ziel: kein Bausatz fürs eigene Zuhause, sondern Verständnis dafür, was private Windkraft leisten kann – und was nicht.

Partner

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Projekt

Die MAKER CHALLENGE 2026 ist Teil des dtec.bw Forschungsprojektes Fab City – Dezentrale, digitale Produktion für die urbane Wertschöpfung

Projektlaufzeit: 2021 – 2026

gefördert durch

Ansprechpartner:in

Oliver Schwartz

Wissenschaftlicher Mitarbeiter

Forschungsschwerpunkte

Dr. rer. nat. Jacqueline Bertlich

Wissenschaftliche Mitarbeiterin

Forschungsschwerpunkte